ihre Rolle

Die Collectivité européenne d’Alsace/CeA (Europäische Gebietskörperschaft Elsass) im Herzen Europas und des Rheingebiets entstand am 1. Januar 2021 durch den Zusammenschluss der Departementräte von Bas-Rhin und Haut-Rhin (in Anwendung des Loi Alsace vom 2. August 2019).

An der Spitze dieser Gebietskörperschaft stehen Frédéric BIERRY als Präsident sowie 80 elsässische Räte.

Mit 1,9 Millionen Einwohnern ist die CeA das viertgrößte Departement Frankreichs.

Die CeA übernimmt die Zuständigkeiten der ehemaligen Departements Bas-Rhin und Haut-Rhin in den Bereichen Soziales, Bildung (Bau und Unterhalt der Sekundarschulen), Kultur (Förderung der darstellenden Kunst, Bibliotheken usw.), Sport und Freizeit, Tourismus, Umwelt, Raumentwicklung und Wohnen, Straßen usw. Darüber hinaus wurde sie mit neuen Zuständigkeiten ausgestattet: grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Zweisprachigkeit, Verkehr und Mobilität, Entwicklung und Attraktivität des Gebiets, regionales Erbe, Vereinsleben usw.

Kernaufgabe der Gebietskörperschaft ist weiterhin eine aktive Sozialpolitik für Bürgerinnen und Bürger aller Altersstufen: Schutz für Mütter und Kinder, Kinder- und Jugendhilfe, wohnortnahe Sozialarbeit, Unterstützung für alte Menschen und Menschen mit Behinderung.

Die Alterung der Bevölkerung ist eine große Herausforderung, mit der Frankreich und die meisten anderen europäischen Länder konfrontiert sind. Derzeit sind ca. 23% der elsässischen Bevölkerung älter als 60 Jahre. Bis 2040 wird jeder dritte Bürger der CeA älter als 60 sein.

Diese demografische Entwicklung wirft die Frage auf, ob die Gesellschaft in der Lage ist, eine neue Solidarität zwischen den Generationen zu schaffen und neue Formen der Betreuung und Versorgung zu finden.

Die Autonomiekonzepte (Schémas de l’Autonomie) der Departements Bas-Rhin und Haut-Rhin benennen die wichtigsten Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, um den Bedürfnissen und neuen Vorstellungen der älteren Menschen (und der Menschen mit Behinderung) bestmöglich gerecht zu werden; sie hierarchisieren die erforderlichen Maßnahmen, um die Eigenständigkeit der Menschen zu erhalten, die pflegenden Angehörigen zu unterstützen, die politische Teilhabe zu fördern und das richtige Angebot in jeder Phase ihres Lebens (zuhause oder in Einrichtungen) bereitzuhalten. Ziel ist es, wohnortnahe und pflegepfadbezogene Lösungen zu gestalten, um die Qualität der erbrachten Dienstleistungen zu verbessern. Zudem haben sie den Anspruch, die Autonomie als Hebel für die territoriale Entwicklung und Innovationen zu nutzen.

Um die Lösungen zu finden, die sich am besten dazu eignen, die Lebensqualität der selbstständig lebenden Seniorinnen und Senioren und ihren Alltag zu verbessern, ist es von zentraler Bedeutung, sich an den bewährten Verfahren der anderen zu orientieren und noch intensiver mit anderen europäischen Regionen zu kooperieren. Diese Praxis der Zusammenarbeit ist seit sehr vielen Jahren im Elsass verankert. So zum Beispiel beteiligt sich die Collectivité européenne d’Alsace aktiv an mehreren europäischen Initiativen und Projekten:

  • Das Trinationale Kompetenzzentrum für grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich am Oberrhein (TRISAN) hat zum Ziel, die Akteure miteinander zu vernetzen, die Verbreitung von Wissen und die Generierung konkreter Kooperationsprojekte im medizinisch-sozialen und Gesundheitsbereich sowie in der Notfallversorgung zu fördern;
  • Mit Unterstützung der „Caisse Nationale de Solidarité pour l’Autonomie“ wurden auf Seiten des Departements Haut-Rhin Studienreisen zum Thema „Versorgung von Pflegebedürftigen“ ins spanische Baskenland und nach Dänemark durchgeführt;
  • Die Collectivité européenne d’Alsace und das Departement Moselle sind seit 2016 im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) für aktives und gesundes Altern als Referenzstandorte ausgezeichnet. Ziel der EIP ist die Weiterentwicklung des Erfahrungsaustauschs und der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen rund um die Lebensqualität im Alter im eigenen Zuhause, die Koordinierung der Pflegepfade und die Entwicklung eines insgesamt seniorengerechten Umfelds;
  • Das Projekt Senior Activ’ fördert die Lebensqualität im Alter durch den Austausch über innovative und konkrete Best-Practice-Verfahren, um gemeinsam neue Lösungen und geeignete Werkzeuge zu finden, sowohl in Bezug auf eine bessere Qualität des Betreuungsangebots für die Seniorinnen und Senioren und die soziale und politische Teilhabe als auch den Wohnungsumbau.

Die CeA ist ein vollwertiger Akteur im Projekt Senior Activ’ und beteiligt sich an der Mitgestaltung und Umsetzung gemeinsamer Maßnahmen. Sie hat sich dazu verpflichtet, ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre innovativen Ansätze zu teilen, insbesondere zu Fragen wie dem Umbau von Wohnungen oder technischen Hilfsmitteln, die den Verbleib der älteren Menschen im eigenen Zuhause fördern, aber auch in Bezug auf die Prävention von Pflegebedürftigkeit und die Begleitung von Seniorinnen und Senioren im Rahmen pflegepfadbezogener Lösungen.

Dieses Projekt leistet einen Beitrag zu den von der CeA verfolgten Kernzielen: die Anpassung der Lebensräume an die Entwicklungen rund um eine alternde Gesellschaft, die Autonomie als Hebel für territoriale Innovationen und die Positionierung als Referenzstandort auf europäischer Ebene.

Aufgrund ihrer besonderen Kompetenz im Bereich der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit beteiligt sich die Collectivité européenne d’Alsace an der Ausarbeitung eines „Schéma Alsacien de Coopération Transfrontalière“, einem Konzept für die grenzüberschreitende Kooperation. Der Zusammenarbeit im Bereich Gesundheit, die hier im weiteren Sinne zu verstehen ist, also sowohl gesundheitliche als auch medizinisch-soziale Fragen betrifft, wird darin besondere Beachtung geschenkt werden.

Adresse

Place du Quartier Blanc
F-67964 Strasbourg cedex – FRANKREICH

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