Autonomie und Autonomieverlust 3/4

☀ Dieser Artikel wurde von CONSEIL DÉPARTEMENTAL DE LA MOSELLE Anne Laure veröffentlicht ☀

Heute erscheint an dieser Stelle der dritte Artikel unserer Tetralogie, mit der wir verschiedene Begriffe erläutern möchten, die im Zentrum von Senior Activ’ stehen und aus denen sich die eigentlichen Beweggründe für die Durchführung des Projekts ableiten.

Eines der Hauptziele des grenzüberschreitenden Projekts Senior Activ’ besteht darin, das gute Altern in der Großregion zu fördern und Maßnahmen zu unterstützen, die hierzu beitragen. Aber was verstehen die Projektpartner eigentlich unter den Begriffen „Autonomie“ und „Autonomieverlust“?

Ins Zentrum des grenzüberschreitenden Projekts Senior Activ’ stellen wir das Bestreben, präventiv etwas gegen den Autonomieverlust zu unternehmen. Daher soll im Folgenden erläutert werden, was die Partner des Projekts genau unter „Autonomie“ verstehen?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) versteht unter Autonomie: „die Fähigkeit, die für das Alltagsleben notwendigen persönlichen Entscheidungen zu treffen, sie zu kontrollieren und mit ihnen umzugehen, und zwar im Rahmen der persönlichen Bedürfnisse und Präferenzen“.¹

Darüber hinaus ist es unbedingt erforderlich, zwischen Autonomie und Selbstständigkeit zu differenzieren, da diese beiden Begriffe häufig verwechselt werden und sich gegenseitig ergänzen:

– Bei der Autonomie geht es um die Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen, d. h. zu entscheiden, was für einen selbst Sinn macht, und sich unter Beachtung der Gesetze und üblichen Gepflogenheiten seine eigenen Meinungen zu bilden,
– Bei der Selbstständigkeit geht es darum, Dinge machen zu können, oder, anders ausgedrückt, um die Fähigkeit des Einzelnen, die Verrichtungen des täglichen Lebens ohne fremde Hilfe auszuführen.

Unterschieden werden muss zwischen körperlicher und geistiger Autonomie. Während unter der körperlichen Autonomie die Selbstständigkeit der Person verstanden wird, handelt es sich bei der geistigen Autonomie um die Freiheit des Einzelnen, seine eigenen Entscheidungen zu treffen.

Beim Autonomieverlust seinerseits handelt es sich um den Prozess eines schrittweisen Verlusts an geistigen und/oder kognitiven Fähigkeiten. Dieser Verlust hat zur Folge, dass eine Person nicht mehr in der Lage ist, alleine Entscheidungen zu treffen und bestimmte alltägliche Verrichtungen zu erledigen. Ein Autonomieverlust kann zu einer Hilfs- oder Pflegebedürftigkeit führen, muss es aber nicht zwangsläufig.

Senior Activ’ möchte Maßnahmen ergreifen, die es ermöglichen, einem Autonomieverlust vorzubeugen bzw. einen solchen Verlust zu verzögern. Zu einem solchen Verzögern können zahlreiche Aktivitäten beitragen: körperliche Betätigung, geistige Anregung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Im Hinblick auf die Prävention ist ein vorausschauender Umbau der Wohnung von entscheidender Bedeutung, damit sich der Autonomieverlust weniger gravierend auswirkt. Dementsprechend arbeitet Senior Activ’ zum einen daran, ein Bewusstsein für die technischen Hilfen und einen altersgerechten Wohnungsumbau zu schaffen. Und zum anderen soll den Fachkräften 2022 ein Arbeitsinstrument in Form eines Online-Showrooms für technische Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden.

¹ WHO (2002) Aktiv Altern: Rahmenbedingungen und Vorschläge für politisches Handeln  [aufgerufen am 31. Juli 2019].

 

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